Mittwoch, 13. November 2013

Wandern durch das Hamburger Grün - Wem haben wir es zu verdanken?


Grünes Netz heute...doch wo kommt das her?
Bild BSU Hamburg
Wer  heute am Hamburger Elbufer entlang spazieren oder den beliebten Alsterwanderweg entlang laufen oder radelt weiß oft nicht wem wir dies tollen Freiraumqualitäten und Günflächen verdanken. Es ist durchaus ja nicht selbstverständlich, dass man an einem Fluss entlang durchgehend öffentlich spazieren gehen kann, gerade auch wenn in diesen guten Lage vornehme Villengrundstücke direkt an die beliebten Lagen angrenzen. Auch das die schönen oben am Elbufer gelegenen Parks öffentlich zugänglich sind ist keine Selbstverständlichkeit.

Die zwei Stadtplaner und Architekten denen wir das verdanken sind für den Altona, also dem heutigen Hamburger Westen
Gustav Oelsner (Klick zu Wikipedia)

und für "den Rest" von Hamburg und auch über das damalige Hamburg der zwanziger Jahre hinaus Fritz Schumacher.(Klick zu Wikipedia)

Als in den zwanziger Jahren des 19 Jahrhunderts Hamburg und Altona noch zwei getrennte Städte waren entwickelten beide Planer sehr weitsichtige Vorstellungen zur Architektur, zum Städtebau aber eben auch zur Grünplanung der Großstadt. Mit großer Hartnäckigkeit und Durchsetzungsfähigkeit konnten übergeordnete städtebauliche und landschaftsplanerische Ziele umgesetzt werden wie man sich das heute kaum noch vorstellen kann.

Gustav Olsner können wir vor allem für diese "grüne" Ideen danken:
Die Elbparks und der Elbwanderweg (hierzu aus der Seite der Gustav Oelsner Gesellschaft zitiert) :

Oelsner erkannte im Laufe seiner Arbeit als Stadtbaurat von Altona, dass seine Gedanken zur kompletten Auflösung der Großstadt nicht zu verwirklichen waren und die Auflockerung der bestehenden Strukturen mit Grünbereichen und Freiflächen der einzig wahre Kompromiss war. Die in den Elbvororten vornehmlich in privatem Besitz liegenden Elbparks wollte er erhalten, der Großstadtbevölkerung zugänglich machen und die drohende Parzellierung zugunsten weiterer Villengebiete unbedingt verhindern. 

...

Alle Elbparks, bis auf den Goßler-Park, wurden zu Oelsners Zeiten durch eine neu geschaffene Uferpromenade - den heutigen Elbwanderweg - mit einander verbunden. Die dazu notwendigen Grundstücksankäufe und Enteignungen verschiedener privater Grundstücke zwischen Övelgönne und Teufelsbrück sowie Nienstedten und Blankenese konnten aufgrund der weitsichtigen Politik Oelsners und Max Brauers verwirklicht werden.


Auch der Altonaer Volkspark beruht auf einer Idee Oelsners den er mit dem Gartenbaudirektor Tutenberg umsetzte. Informationen darüber findet man hier

Dann gab es noch die Idee für "Grüngürtel" die auch heute noch erkennbar und erlebbar sind. Was man darunter versteht lässt sich hier nachlesen.

Parallel zu diesen Planungen in Altona entwickelte Fritz Schumacher die seinen berühmtes "Schema der natürlichen Entwicklung des Organismus Hamburg" bekannt auch als Fächerplan. Es beruht auf farnartigen Entwicklungsachsen auf denen sich der Verkehr und die Siedlungsachsen konzentrieren sollten. Aber die Zwischenräume sollten eben auch frei bleiben! Die Grünflächen sollten der Trennung und der Auflockerung der besiedelten Bereiche dienen.
Auch vor dem Großhamburggesetz dachte Schumacher schon an eine gemeinsame Entwicklung Hamburgs und dachte dabei auch nach Süden (Harburg gehörte auch noch nicht zu Hamburg!) und nach Westen (Altona war jahrhundertelang eine eigene benachbarte Stadt gewesen!) Auch den Hamburger Stadtpark und die Alsterkanalsierung verdanken wir Fritz Schumacher.

Vor dem zweiten Weltkrieg wurden also ganz wesentliche Entscheidungen für die Grün und Erholungflächen getroffen die sehr sehr weitsichtig waren und von denen die "grüne Stadt" Hamburg bis heute profitiert.

Hier ein paar links zum Thema
Gustav Oelsner Gesellschaft
Ein kleiner Artikel über Oelsner in Altona Info
Architekenportrait Oelsner
Wikipedia über Oelsner

Fritz Schumacher Gesellschaft
Schumacher Architektenportrait
Schumacher Wikipedia

Grünplanung in Hamburg heute
Informationen über das "Grüne Netz Hamburg" heute




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