Sonntag, 25. August 2013

Vorn gestartet und hinten gelandet - 50km Volkswandern.

Dieses Mal ging es Volkswandern bei den Wanderfreunden aus Lüdjensee
Dort gab es ein "Special" mit 42 oder 50km.

Marathon ist ja nur was für Warmduscher wenn es auch 50km gibt.... Also hatten wir uns für die 50km angemeldet. Für Elisabeth sollte es das erste Mal werden.

Früh am Morgen trafen wir uns am Hamburger Hbf um gemeinsam nach Bergedorf zu fahren.

Jürgen, Elisabeth und Vanessa am Bahnhof
Am Start waren die Langstreckenwanderer schon versammelt und nach kurzer Anmeldeprozedur und Einweisung konnte es los gehen.




Es ging über wunderschöne Strecken entlang der Bille in Richtung Großensee und Lüdjensee. Ca. alle 5km gab es eine Kontrolle und Raststelle wo wir gut versorgt wurden.



Teilweise fehlten leider die Markierungen, Kann gut sein das diese von spaßigen Mitbürgern entfernt wurden. Auf jeden Fall verliefen sich größere Gruppen. Wir waren ja recht zügig unterwegs und vor uns waren nur ca. 7 Leute. Aber dann liefen wir zu weit und bei der Entscheidung mal eben 5km abzukürzen oder ein Stück zurück zu gehen und dann 2 oder 3 km mehr zu laufen entschieden wir uns für die längere Variante.
So landeten wir bei den nächsten Kontrollen dann im hinteren Feld das so manch Anderer jetzt vor uns war. Aber es war ja kein Wettkampf und es konnte uns ja egal sein. Aber der Weg wurde noch lang. Und wir sollten am Ende noch drei mal an einer Kontrolle mit Würstchen vorbei kommen.


 Wir mußten für die 50km noch mal ganz um den Großensee wandern. Loni und Brigitte waren vernünftig und beließen es bei einem Marathönchen. Aber Vanessa, Elisabeth Jürgen und ich wollten die 50 + X noch voll machen.

Mitten im Wald dann die 50km Marke auf dem GPS (neumodischer Kram für Volkswanderer....

Für Elisabeth das erste Mal dies lange Distanz!
Jetzt noch mal 3 km bis ins Ziel wo Elisabeth ihre Urkunde und Auszeichnung bekam.


Und für Alle nichtveganer gab es noch Braten, Kartoffelsalat und Kuchen!

Ganz schön abgeschafft ging es in der Bahn nach Hause. Die Auswertung der Aufzeichnung sagte das wir in  Bewegung immer über 6km/h im Mittel geblieben waren und das die Pausen auch nicht sehr lang waren.

Mit Bus und Zug ging es nach Hause. Wir alle freuten uns sehr auf Dusche, Wanne und Füße hochlegen...



Samstag, 17. August 2013

Nach langer Zeit ohne "Work" mit viel "Walk" - wieder mal Afterworkwalk

Am 16.08 war der Start in Buckhorn und das Ziel in Volksdorf.
Nach mehreren Monaten mal wieder ein Afterworkwalk für mich.
Es war nett mal wieder die alten Wanderfreunde zu treffen.



 Und hier ein paar Bilder:
  

  
  
  
  


 

Montag, 5. August 2013

Von Altona nach Zakopane - Der Reisebericht



Von Altona nach Zakopane
Eine lange Wanderung ganz ohne Mission.

Mein Transparent...immer hinten am Rucksack getragen
 
„Haben Sie denn eine Message? Kommen Sie aus Brandenburg? Ist das ein Pilgerweg? Sind Sie denn ausgebrannt?“ Diese Fragen stellte mir eine Zeitungsreporterin in Brandenburg, bei der ich mich vorgestellt hatte, da ich dachte, meine Wanderung könnte für eine Lokalzeitung interessant sein. So ganz ohne Botschaft war meine Tour nicht einfach zu vermitteln. Warum sollte man nun gerade von Altona nach Zakopane wandern? Auf meiner Wanderung wurde ich öfter danach gefragt.

Nun, da gab es Gründe. Ich wollte einfach einmal eine wirklich lange Wanderung machen und mir dafür zwei Monate Zeit nehmen. Die Wanderung sollte vor der Haustür, in Altona Nord, an der historischen Stadtgrenze zwischen Altona und Hamburg beginnen. Dann waren da noch die Elbe und die gedankliche Verlängerung des Elbverlaufs quer durch Ostdeutschland bis nach Zittau, ganz im Südosten der Republik. Von Altona bis Zittau, von A bis Z, das gefiel mir schon mal. Und dann war da noch der „EB“ der etwas in Vergessenheit geratene „internationale Bergwanderweg der Freundschaft“, der von Eisenach nach Budapest führt, und der heute in den Europäischen Fernwanderweg E3, vom Atlantik an das Schwarze Meer, integriert ist. Dieser Weg war für mich spannend, weil er nicht so überlaufen ist, wie z. B. der Jakobsweg: Keine modische Wanderautobahn, sondern ein einsamer Bergwanderweg, aber dennoch mit einer ausreichenden Infrastruktur um in Tagesetappen Quartier zu finden und sich das Essen in Gaststätten leisten zu können. In zwei Monaten konnte man nach meiner Vorplanung Zakopane, südlich von Krakau gelegen, erreichen und von dort gab es gute Bus und Bahnverbindungen zurück nach Hamburg. So stand dann irgendwann der Plan: Von Altona nach Zakopane.

Start der Wanderung in Altona
Nach langen Vorbereitungen, bei denen das Rucksackgewicht immer leichter und die Strecke immer genauer geplant wurde, ging es am 4. Mai 2013 endlich los. Wanderfreunde aus Hamburg begleiteten mich auf der ersten Tageswanderung von Altona nach Bergedorf, mit Mittagspause im Billstedt-Center. Noch wäre es leicht gewesen, einfach mit der S-Bahn wieder nach Hause zu fahren und der Weg nach Zakopane war weit. Über Lauenburg ging es dann die Elbe entlang ins Wendland, wo ich zur Zeit der kulturellen Landpartie eintraf. Nach einer Wanderwoche gönnte ich mir mit Frau und Schwägerin, die mit dem Auto die Landpartie machten, den ersten Ruhetag.


Weiter ging es an der Elbe über Wittenberge, Havelberg, Stendal und Tangermünde. Entlang der Elbe ist „Radlerland“. Viele, viele Leute mit auf ihren Fahrrädern und niemand (außer mir) wandernd unterwegs. Dabei waren die schöneren Wege oben auf dem Deich, wo man meistens eben nicht radeln sondern nur gehen konnte. Durch den Radtourismus gab es viele nette Cafés, die mit Radler selbstgebackenem Kuchen und Biokaffee lockten. Die werden dann gerne von „Anne“ oder so betrieben, die das Café dann „AnneElbe“ nennen. Bei schönem Wetter eine nette, entspannte Sache, um ab und an mal einen Stop einzulegen.

immer an der Elbe lang...

In Deutschland hatte ich nur wenige Übernachtungen in Pensionen oder Hotels vorgesehen, besuchte meist Bekannte oder übernachtete als „Couchsurfer“. So kam es auch zu dem Abstecher nach Stendal. Auf dem Weg dorthin, weg vom Elbtourismus, zeigte sich dann die andere Seite Ostdeutschlands. Nur wenige Schritte von der Elbe und dem Biosphärenreservat entfernt, von Bibern, Störchen und allerlei Idylle, beginnt die industrielle Landwirtschaft in brutalster Form. Riesige totgespritzte Felder, Monokulturen mit Mais für „Biogas“, keine Bäume, keine Sträucher aber Windräder und gerade Straßen ohne Seitenstreifen. Dörfer ohne Touristenidylle, aber mit vielen Leerständen und Protestplakaten gegen Megamastbetriebe und ein Kohlekraftwerk, das hier an der Elbe geplant ist. Stendal selbst, wo ich bei zwei netten jungen Leuten übernachten durfte, ist dann wieder ein schön restauriertes Städtchen. Diese Kontraste zwischen einsamen, teilweise recht leeren Orten und Zentren des Tourismus sollte sich in Ostdeutschland noch wiederholen. 

industrielle Landwirtschaft bei Stendal
Hinter Tangermünde verließ ich erstmal die Elbe, die ich an ihrer Quelle wiedertreffen wollte und sollte. Durch Brandenburger Wälder ging es zum ersten großen Zwischenziel: Potsdam. Zu Fuß von Hamburg nach Berlin, das hatte doch schon mal was. Zeit für einen zweiten Ruhetag, den ich gemeinsam mit meinem  Freund Georg mit viel Kaffee, Kuchen und Bötchen fahren auf dem Wannsee verbrachte. Ruhetage in gewissen Abständen erwiesen sich als wichtig bei so einer langen Tour, insgesamt waren es zu Schluss sechs Ruhetage und 55 Wandertage.

"Glück zu zweit" Frühstück in Potsdam
Hinter Berlin kam ich zum ersten Mal in eine Gegend, die ich noch nicht kannte: Den Spreewald. Ich hatte mich darauf gefreut, aber der Tourismus dort übertraf alle meine Befürchtungen. Dabei war es nicht mal Wochenende und auch kein super Wetter, aber es war schwierig zwischen den Busladungen voller Tagesausflügler mit einem einzelnen Essenswunsch in einer der Gaststätten überhaupt bedient zu werden. Es war einfach von allem zu viel. Auf den Wegen war es zu eng für Wanderer und Radler. Um Abstand zu halten und nicht umgefahren zu werden, nahm ich meinen Wanderstock quer auf den Rücken. Auf den Fließen rechts und links Spreekähne voller fröhlicher Menschen, die sich Alles vom Wasser aus anguckten und darauf achteten, dass es auch im Boot nie zu trocken wurde. Sicherlich nett als Gruppenerlebnis, aber das war im Moment nicht so meine Welt.

Kahnfahrer in der Schleuse
Nach dem Spreewald war Cottbus das nächste große Ziel. Wie vorher schon in Potsdam gab es hier einen Kulturschock. Plötzlich wieder Menschen jeden Alters und nicht nur Rentner, wie in den kleinen Dörfern unterwegs, Läden, Gaststätten, Vergnügungen. Nett untergebracht als Couchsurfer in einer Wohngemeinschaft, die an das Kreuzberg der achtziger Jahre erinnerte, gefiel es mir in Cottbus recht gut.

Die WG Couch für den Couchsurfer
Beeindruckend auch die tollen Parks in der Umgebung, die vor langer Zeit von dem bekannten Landschaftsplaner Lenée für Fürst Pückler angelegt wurden.

Die nächste Überraschung war dann Weißwasser, mit dem großflächigen Braunkohletagebau südlich des Ortes. Die Landschaft wird abgebaggert, ganze Dörfer umgesiedelt und am Horizont ein riesiges Kohlekraftwerk. 

Tagebau südlich von Weißwasser
Dann die Industriestadt selbst, aus der viele Menschen nach der Wende abgewandert sind und wo ganze Plattenbauviertel abgerissen wurden. Was für ein Unterschied zu Hamburg, wo jede noch so kleine Ecke noch mit Wohnungsbau realisiert wird. 

Dann ging es nach Bad Muskau und den schönen Parkanlagen rund um das Örtchen. Während es außer dem Schloss in Bad Muskau nicht viel zu bestaunen gibt sind die Parkanlagen, die sich auf polnischer und deutscher Seite befinden, wunderschön und in gut gepflegtem Zustand. Jetzt an der Neiße angekommen zu sein gehört zu den schönsten Momenten der Reise. Zu Fuß einmal quer durch Deutschland, das war etwas gut fassbares, und der Grenzstein zwischen Deutschland und Polen war ein Punkt an dem man ein klares Etappenziel hatte. Ganz am Ende, in Zakopane, fehlte solch ein Punkt um das Ende der Reise zu markieren. 

Angekommen an der polnischen Grenze
Die folgenden Tage war ich dann wieder allein unter Radlern. Der Oder-Neiße-Radweg ist sehr beliebt und die Radler waren meist recht freundlich. Durch die Nähe zu Polen sanken die Übernachtungspreise nun drastisch, im Vergleich zur bisherigen Tour. Als letzte Städte auf deutscher Seite warteten noch Görlitz und Zittau auf mich. In Görlitz hatte ich einen Ruhetag eingeplant und „surfte“ wieder in einer netten Studentenwohngemeinschaft.  Auf dem Programm standen eine Stadtbesichtigung in einem Touribus und Shopping: Die Hose war verschlissen, die Einlangen der Schuhe durchgelatscht und ich brauchte neue Kopfhörer. Außerdem wurde ich von einer Redakteurin der Lokalzeitung interviewt. Diese fand es interessant, dass ein Wanderer  900 Kilometer geht, um sich Görlitz eine Hose zu kaufen, das war ihr Mission genug… 

schöne Häuser in Görlitz
Von Görlitz wusste ich schon, dass es eine schöne Stadt ist, und hatte mich auf die Besichtigung gefreut. Zittau war dann eine schöne Überraschung. Es ist kleiner als Görlitz und hat viele restaurierte alte Häuser. Die Nacht verbrachte ich bei sehr netten Gastgeberinnen und mit russischem Sekt, was um so wichtiger war, da es tagsüber zu regnen begonnen hatte und es jetzt auf warme, trockene Unterkünfte ankam. 


Dreiländereck bei Zittau...es wird feuchter...

 In Zittau war schon die Hälfte der Wanderung um. Es war Ende Mai und vieles sollte sich im nächsten Monat ändern. Ab jetzt hatte ich keine privaten Übernachtungen mehr und auch die Zeit, in der durchgehend deutsch gesprochen wurde und alles noch irgendwie vertraut war ging zu Ende. Außerdem ging es jetzt in die Berge. Nach 900 flachen Kilometern folgten nun 700 mit vielen Höhenmetern und einem ständigen auf und ab. Dazu kam noch der Wetterumschwung. Der Dauerregen in diesen Bergen brachte die Flut, die in Deutschland an vielen Orten zu schlimmen Überschwemmungen führte. Mir bescherte er schlammige Wege und nasse Füße über lange Strecken.  

Gleich der erste Tag von Zittau aus in die tschechischen Berge lehrte mich Respekt vor den Bergen und den Höhenmetern. Bei dem Wetter wollte ich gar nicht so richtig los. Erst mal das wirklich  sehenswerte Zittauer Fastentuch besichtigen, dann noch ein zweites Frühstück und dann war es fast schon Mittag. Dass auf der nächsten, etwa 30 Kilometer langen Etappe, 1000 Höhenmeter rauf und 1000 wieder runter, auf kleinen, nassen, rutschigen Wegen zurückzulegen waren hatte ich zu leicht genommen. Ich war sehr froh, als ich am Abend eine kleine Pension in Christophsgrund erreichte und mich als einziger Gast an meiner ersten tschechischen Knoblauchsuppe aufwärmen konnte. 

meine erste Knoblauchsuppe
Am nächsten Tag war ich im dichten Nebel auf den Jesten gestiegen, konnte vom Aussichtsturmrestaurant aus leider gar nichts sehen. Der Regen wurde immer heftiger und ich beschloss in der nächsten größeren Stadt, in Liberic (Reichenberg), einen Ruhetag einzulegen, weil ich merkte dass der Körper nach den neuen Herausforderungen mit Steigungen und Nässe schon eine Pause gut vertragen konnte. 

Ruhetag und Schuhe mal trocknen...

Nun ging es in das Isergebirge, auf dem Kammweg zur Elbquelle und zur Schneekoppe . Wenn die Wolken aufrissen war die Aussicht beeindruckend. Die Schneekoppe liegt genau auf der Grenze zwischen Polen und Tschechien und ist als Wanderziel, gerade am Wochenende, sehr beliebt. 

Im Isergebirge

Zur Abwechslung nach einsamen Wandertagen nun also mal Wanderrummel, mit Rübezahl, der in der Rübezahl-Gaststätte Rübezahl-Zertifikate mit Stempel ausstellte und sich nur gegen Geld fotografieren ließ.

an der Elbquelle
In dichtem Nebel und bei Regen erreichte ich die Elbquelle. Für mich Hamburger war es ein tolles Gefühl, zu Fuß zur Quelle der Elbe gelaufen zu sein. Das Wetter war aber wieder sehr schlecht und ich war froh am Ende des Wandertages sicher und trocken unterkommen zu können. 

anspruchsvolle Wege...
 
Blick auf die Schneekoppe

Nach dem Isergebirge ging es durch das Waldenburger Bergland nach Waldenburg. Dort übernachtete ich in dem früher sehr beliebten Ausflugslokal „Schillerhöhe“, mit bestem Blick über die Stadt. Seit den dreißiger Jahren hatte dich dort offensichtlich nur sehr wenig verändert. Es gab schlesische Spezialitäten und die heutige polnische Nationalspeise „Ruskie Pieroggi“ :Teigtaschen mit einer quarkartigen Füllung und eine Suppe, die direkt in einem Brotlaib serviert wurde. Lecker!

Suppe im Brot

Aussicht von der Schillerhöhe
Als nächstes erwanderte ich das Eulengebirge. Es ging hinauf zur 1015 Meter „hohen Eule“ auf der es einen Ausschichtsturm gab, den Bismarckturm. Übernachtet habe ich in einer Berghütte, der „Eulenbaude“. Im Süden von Polen, dem ehemaligen Schlesien, gibt es oft noch die deutschen Bezeichnungen. Die Geschichte wird wiederentdeckt, alte Fotos aus der deutschen Zeit gezeigt und aufgehängt. Auch an den Häusern und auf den Friedhöfen finden sich noch viele deutsche oder deutschsprachige Schriften. 


 In der Eulenbaude freundete ich mich mit einer Gruppe junger Polen an und verbrachte mit ihnen einen schönen Abend am Feuer. Würste wurden am Stock direkt über dem Feuer gebraten, dazu gab es Bier und Wodka. Es wurde eine kurze bzw. eine lange nette Nacht. Nach den einsamen Tagen im Wald war es eine willkommene Abwechslung, mal wieder unter Menschen zu sein, mit denen ich reden konnte. 

Feiern am Feuer
In diesem Bericht kann ich natürlich nicht ausführlich auf alle Orte und Berge eingehen. Überall war die Landschaft auf diesem zweiten Teil der Wanderung beeindruckend schön. Es folgte das Warthaer Gebirge und ein Ruhetag mit einem Zugabstecher nach Breslau. Nach so langer Wanderung war ich erstmals müde und unmotiviert. Das Ziel aber noch so weit. Der Körper wollte etwas Ruhe und der Tag in Breslau war durch die Stadtbesichtig dann auch nicht so erholsam wie ein „richtiger“ Ruhetag. Gut, dass es jetzt erstmal nur nach Bad Landeck ging. Hier gab es Mineralbäder, in denen schon „der alte Fritz“ gebadet hatte, um seine Gicht zu kurieren. Auch mir tat so ein Mineralbad in der Marmorwanne gut und ich war etwas frischer als in den Tagen davor. 

Marmorwanne

Bad Ladeck
Ein Gebirge folgt dem anderen: das Bielengebirge, das Glatzer Schneegebirge mit dem Schneeberg, und dann das Alvatergebirge mit kahlen Höhen und sehr schönen Aussichten. Sehr beeindruckend, bei nun wieder besserem Wetter war die höchste Erhebung der Parded (Alvater) mit 1491 Metern Höhe. Die Fernsicht war überwältigend. 

Aussicht vom Praded

 Nach den vielen Gebirgen ging es jetzt eine Zeit lang durch das „Niedere Gesenke“, das Tal der Mohra. Es war ganz angenehm mal über beschaulichere Höhen zu wandern. Ein nächster Marker der Wanderung war die Mährische Pforte, die historische Grenze zwischen Mähren und Schlesien. Nach dem Regen gab es nun Tage mit großer Hitze, wenig Schatten und vielen Mücken und Stechfliegen. 

zerstochene Beine bei Hitze
Und dann ab in die Wallachei! Diesmal stimmte der Spruch sogar, denn so heißt diese Region wirklich – ich kam ja auch durch lauter böhmische Dörfer. In Rosenau plante ich einen weiteren Ruhetag. Dort besichtigte ich das Freilichtmuseum. Auch hier kriegte ich wegen der vielen Touristen erstmal wieder einen Kulturschock. Aber es war schön mal was anders als Wald und Berge zu sehen und die regionale Baukultur, die im Museum gezeigt wird, ist wirklich sehenswert. 

im Freilichmuseum

Nun wanderte ich durch die mährisch – schlesischen Beskiden. Nach Tschechien und ein paar Tagen in Polen ging es nun über Bumbalka in die Slowakei. Nach Kronen und Zloty gibt es dort wieder den Euro. Es folgten die Sulower Berge mit tollen Aussichten und so mancher Kraxelei. 


Die Sulower Berge

Die folgenden drei Tage in der Mala Fatra (die kleine Fatra in der Nähe der hohen Tatra….) gehören zu dem Beeindruckendsten der ganzen Reise. Der erste Tag war leider noch sehr nebelig und nass, mit sehr vielen Höhenmetern. Doch die folgenden zwei Tage waren wunderschön. Es ging zwar immer noch sehr steil hinauf, doch der Ausblick entschädigte für Alles. Grüne Bergkuppen, weite Aussichten und ein atemberaubender Weg auf dem Kamm der Mala Fatra. Übernachtung in der Berghütte mit Matratzenlager unterm Dach. 


in der Mala Fatra

Dann fiel mir ein, dass ich in einer Woche schon wieder zu Hause sein würde. Der Gedanke war nach so langer Wanderung erst einmal fremd und komisch. Das Ganze sollte enden? Das Ziel war plötzlich so nah. Was würde nun kommen. Der Countdown verursachte gemischte Gefühle. Die letzten Nächte hatte ich in Pensionen ohne viel Kontakt mit anderen Menschen verbracht, und plötzlich fand ich mich im Touristengewühl auf dem Berg vor Zakopane wieder, den man bequem mit einer Zahnradbahn erreichen konnte. Eine Bude neben der anderen, hunderte Touristen in Sandalen und lockerer Freizeitkleidung. Dazwischen ich mit verdreckten Klamotten und durchgelaufenen Schuhen und einem Wanderstock in der Hand. 

Rummel in Zakopane

Wo sollte das Ende sein? An der der Bergstation der Zahnradbahn? Nein, lieber noch zu Fuß in die Stadt runter… Doch auch hiersteckte ich wieder mitten im Gewühl: Visuelle Reizüberflutung und emotionaler Ausnahmezustand. Nicht einmal einen richtigen Marktplatz oder ein Zentrum gab es, nur eine rummelige Einkaufsstraße. Nach einigen Umwegen fand ich die Touristeninformation, ließ mir einen letzten Stempel in mein Wanderbuch geben und flüchtete zu dem Bus nach Krakau. Kurz nach der Abfahrt überkamen mich die Tränen, meine Gefühle spielten verrückt. Eine beeindruckende lange Reise ging zu Ende.
Gut, dass ich in Krakau als Couchsurfer untergekommen war und jemanden hatte, mit dem ich reden konnte. Ich nahm mir zwei Tage um dieStadt zubesichtigen und mich wieder etwas in das normale Leben einzupendeln. Dann ging es innerhalb von 12 Stunden mit Bus und Bahn zurück nach Hamburg, wo mich meine Frau mit dem Läufer-Transparent am Balkon empfing. 

zurück auf dem Balkon

Weitere genauere Berichte zur Tour mit allen Strecken, Beschreibungen der einzelnen Tage, Fotos usw gibt es im Blog:

http://fernwanderung.blogspot.de/