Sonntag, 1. Mai 2011

Wer schläft mach keine Kilometer - Wandern und Essen in Oberhausen

Kulturrun? Find ich gut.

Kulturrun in Oberhausen. Ein Höhepunkt im sportlichen Jahr! Zum dritten Mal war in in diesem Jahr dabei. Die Veranstaltung wird immer größer und macht viel Spaß!

In Kürze;
  • Tolles Wetter (bis auf den Start)
  • Tolle Läufer und Läuferinnen
  • Tolle Helfer in Helferinnen
  • Tolle Verpfegung
  • Tolle Models beim Chickenrun
  • 126km und ein 6 Platz als Einzelstarter
und viel viel Spaß!



 Die ausführliche Fassung:

Sonnig sollte es werden, doch was war? Kurz vor den Start wurden die Wolken immer größer in Oberhausen.  Und das für den Start dieser so schönen Veranstaltung? Nun gut. Also erst mal rein in das Hostel Veritas, wo sich Ultraläufer schon vor dem Start stärken können.  Überall treffe ich auf bekannte freundliche Gesichter aus den letzten beiden Jahren. Helfer und Helferinnen und Teilnehmer.

Da gehe ich gern an die Kasse
Scheinbar gibt es hier viele Wiederholungstäter. Mit Walkingkumpel Sumowalker und mit Rene den ich vom Botencasting in der Eifel her kenne nehmen wir  die die kalorienmäßigen Grundlagen zu uns.
Vor dem Start wird mir dann noch „mein“ Sponsor vorgestellt. Man hat mich sozusagen verkuppelt mit dem Sportdezernenten von Oberhausen. So ein Wanderer zu pro Km einen Euro zu geben wird ja vielleicht nicht so teuer werden….oder? Am Ende kostete Ihn das 126 Euro für die gute Sache. Diejenigen die es gebrauchen können und auch ich bedanken sich dafür herzlich.

Schirmherr und gleichzeitig mein Sponsor
Start mit Schirmherr und Sponsor
Kurz vor dem Start ein paar Reden und mit Schirmherrn und Schirm wurde kurz nach 21 Uhr die Veranstaltung gestartet. Über 60 Ultrastarter! Was für ein Unterschied zum ersten Kulturrun, als wir mit gut einem Duzend Läufern auf die Strecke gingen.  Sehr zügig ging es auf die erste Runde. Erst noch mit Rene und Sumo am Ende des Feldes, dann bald ganz hinten als Wanderer. Aber ich dachte mir: Zusammengezählt wird am Ende der 24 Stunden und nicht nach der ersten Runde. Wichtig bei so einem 24 Stunden Lauf ist die Gesamteinteilung und nicht das Anfangstempo. Oder auch das Anfangstempo, denn das darf nicht zu hoch sein. Einige der Laufkollegen sollten diese Erfahrung später selber dann auch noch machen.

Es wurde langsam dunkel, doch das THW hatte wieder gut für Licht gesorgt. Dieses Mal sogar ohne eine blendende Großleuchte am Ende des Weges im Wäldchen. Vielen Dank für die Unterstützung an dieser Stelle (auch wenn ich persönlich mit deutlich weniger Licht auf der  Strecke auskommen würde)
Der Abend ist bei so einem Kulturrun immer recht nett. Man ist noch fit und die Musik spielt am Hostel. Um 23 Uhr kommen die Typen mit den Bierkästen und man kann durch einen Schluck aus der Pulle seinem Lieblingsbiertrageteam einen Gefallen tun.

Die Nacht von Oberhausen
Irgendwann wird es dann immer ruhiger. Die ersten steigen für die Nacht, oder auch ganz aus.  Komischerweise tun mir schon nach ca. 30km die Füße weh. Trotz gutem reinigen und pudern der Füße im Vorwege. Aber manchmal ist das halt so. Vielleicht sind es ja auch die durchgelatschen alten Bärschuhe? Gut das man bei so einem Lauf ja alles machen kann wie: Füße mal waschen, pudern, neue Socken anziehen, andere Schuhe ausprobieren. Alles dies tat ich dann mal und schon ging es besser.

macht Dreck ist aber gut: Füße pudern
So gegen 1 Uhr Nachts ist dann für mich die Zeit der Kopfhörer. Jetzt kommen die wirklich interessanten Sendungen am Radio die so am Tag nicht ausgestrahlt würden. Nachdem es in der letzten  Nacht des Kulturruns 2010 stundenlang um Depressionen ging gab es auf Deutschlandradio in der Nacht eine lange Sendung über Hexen und Teufel. Sehr interessant. Und danach noch klassische Musik bis in den Morgen.  Etwas Müdigkeit kam kurz vor Morgengrauen, aber das voll im Rahmen des üblichen. Es war angesagt, dass es leckere Brötchen und Rührei geben sollte.

Frühstückspause
Rührei bei einem Lauf und Käsebrötchen? Klar das geht und wie gut sogar! Es ist super was man in den 24 Stunden so alles essen kann ohne großartig zuzunehmen. Ich nehme zwei Mal Rührei und mehrere Brötchenhälften zu mir. Dabei ist noch anzumerken, dass ich auch bei jeder Runde (2km)eigentlich mindestens etwas trinke und meistens auch eine Kleinigkeit (ein Stück Schoki, oder Riegel, eine Apfelstückchen oder in paar Salzstangen) zu mir genommen habe.  Also kurzum: Das Frühstück war richtig klasse, die Tagesphase konnte beginnen und über 50km waren schon mal abgelaufen.

Super Rührei!
Frühstück mit Rührei
So langsam kamen die Kollegen dann auch wieder aus den Betten und auf die Strecke. Es wurde freundlich gegrüßt und geschnattert. Die Sonne kam raus. Alles war prima. Runde um Runde ging das so. Immer wieder freundliche Begegnungen und öfters mal ein gemeinsames Stückchen des Weges. Denn viele der Läufer waren jetzt zu Teilzeitwanderern geworden. Teilweise auch solche Läufer die am Anfang recht zügig unterwegs waren sah man nun gehen. Andere wiederrum hatten von Anfang an einen „Ultraschlenderlaufstil“ der sich von Anfang bis zu Ende nicht veränderte.
Sarah auf nach 92 km

Und da war auch noch ein kleines Mädchen. Sarah, 12 Jahre alt. Bis tief in die Nacht war sie mit ihrem Vater unterwegs. Keineswegs gezwungen wie es mir schien, recht zufrieden sogar und einfach super ausdauernd. Ab und zu machten die Beiden eine Laufeinlage, aber oft waren sie einfach im normalen Fußgängertempo unterwegs. Ein paar Stunden hatten die Beiden geschlafen aber schon recht bald waren beide wieder morgens auf der Strecke.  Abends als es wieder weniger Leute wurden waren Sarah und Ihr Vater immer noch unterwegs. Auch für mich war das ein Ansporn. Was ein 12 jähriges Mädchen an Zeit auf der Strecke verbringt wird man mit 48 Jahren ja wohl auch noch schaffen!

Mittagspause richtig deftig
Zu Mittag gab es dann wieder leckere Gulaschsuppe und verschiedene Nudelsalate. Alles sehr wohlschmeckend und man konnte sogar noch alkoholfreies Bier dazu bekommen. Ich nahm mir die Zeit für zwei längere Pausen für das Frühstück und für das Mittagessen. (jeweils ca. ein halbe Stunde) Gut investierte Regenerationszeit für den Körper und die Seele wie ich meine. Dann ging es  weiter am Nachmittag und in den Abend. Eine Runde dauerte dann etwas länger aber dafür mich netter blonder Begleitung mit geschientem Bein.

1 Humpelrunde unterwegs in netter Begleitung
 Meine Freunde aus dem Sauerland waren noch nicht eingetroffen. Würden Sie wohl noch kommen? Und Sumo, der vielleicht ja noch ein paar Runden drehen wollte war auch noch nicht da. Dann kam mein Besuch doch noch und ich hatte wieder für eine Runde nette Gesellschaft. Während die Damen es sich beim Unterhaltungsprogramm schon einmal gemütlich machten zog sich Josef noch mal die Laufsachen an um ein paar Runden  zu laufen.

Dann kam da noch kurz vor Schluss ein Highlight für das müde Sportlerauge. Der „Chickenrun“ Einige Damen und ein Herr führten Modekollektionen im Start und Zielbereich auf einem Laufsteg vor.
Chickenrun? Find ich gut!
Chickenrun der neue Knüller des Kulturruns
 Das konnte ich natürlich nicht einfach weiterlaufen und musste fleißig Fotos machen. So aber auch gut gestärkt an optischen Eindrücken ging es auf die letzten Runden.  Normalerweise brauchte ich ca. 20 Minuten für die 2 km …also drei Runden noch? Oder nur zwei? Also 124 könnten es noch werden wenn ich etwas schneller würde.  Ich hatte für die letzte Phase der Veranstaltung meine Vibram 5 Fingers Zehenschuhe angezogen. Ich kam zwar kaum rein weil die Füße dann doch recht geschwollen waren, aber die Dinger waren leicht und ich war sie gewöhnt auch gewohnt damit zu laufen. Also begann ich zu joggen. Eine Runde. Dann legte ich meinen Bauchgurt ab (mit dem GPS Logger drin) und lief noch eine schnellerer Runde. Nur noch 14 Minuten für eine Runde benötigte ich jetzt. Wow Laufen geht ja wirklich schneller, welch eine Erkenntnis. Der Kopf ist einfach nicht zu unterschätzen. Ich glaubte für eine dritte Runde würde die Zeit ja nicht mehr reichen und so würden es halt dieses Mal nur 124 km. Aber es war noch Zeit, noch eine Runde zu joggen um auf 126 zu kommen. 126 km das bedeutet man kann wieder ein schönes Foto mit dem Schild „125km geschafft“ machen. Und das wollte ich dann doch gern haben. Also: noch mal richtig Gas gegeben. Meine Freunde und Sumowalker feuerten mich an und richtig locker und zügig lief ich ins Ziel. Erkenntnis: Nach 120 km Wandern kann ich immer noch 6 km am Stück laufen und zwar recht zügig. Ein gutes Gefühl.

125 .... Schönes Schild
Das Ende vom Lied
Dann ging alles ganz schnell und gleichzeitig. 126km, wie ich später erfahren sollte sechster Platz bei den Einzelstartern, Glückwünsche, Jacke holen, Bier holen, auf die Bühne gebeten werden, müde werden, Schmerzen in den Beinen bekommen, noch ein bisschen mit Freunden in Richtung 1 Mai feiern, die elend lange hohe Treppe von Sumowalker sich hochquälen, kurz Zähneputzen, auf die Couch fallen und ganz tief schlafen….

Fazit und was habe ich dieses Mal gelernt:
Am Ende zählt was hinten raus kommt.
Wähle dein Tempo mit bedacht. Wohlfühltempo ist eine gute Idee!
Genieße deine Pausen. Falle nicht in Hektik.
Hör auf die Signale deines Körpers.
Der Kopf muss stimmen. Denke positiv. Setze klare Ziele.
Freu dich an allem was am Wege so passiert und zu sehen ist.

Und hier noch eine Geschichte von Till Eulenspiegel über das "Eilig haben"


Noch ein schöner Bericht von Verena Liebers gefällig? Hier klicken

Kommentare:

Marcus Thiel hat gesagt…

Wirklich ein schöner bericht und ein wenig neidisch bin ich auch.nur zu gern waere ich bis zum ende geblieben,aber der erste geburtstag meines sohnes ging halt vor.ich bin ihm eh sehr dankbar,bzw meiner frau,das ich laufen durfte.ich hoffe man sieht sich naechstes jahr wieder oder läuft sich anderorts übet den weg.

Jürgen Brennert hat gesagt…

Chapeau, mein Bester !!!
126 km/24h ist wirklich eine Liga für sich. Toller Beicht, tolle Bilder, tolle Veranstaltung.
Wir seh`n uns
Gruß
Jürgen