Montag, 13. Oktober 2008

Bericht vom 5. Rhein-Weser-Nordic Walking Lauf

Link zur Veranstaltung

5. Rhein-Weser-Nordic Walking Lauf

Ein interessanter Titel für eine Veranstaltung nicht wahr? Was denn nun, fragte ich mich erst mal. Nordic Walking oder Laufen oder auch normales Walken?
Es sollte laut Ausschreibung um „km sammeln für die Gesundheit gehen“…aha, die AOK ist ja auch Sponsor. Im Vordergrund stände die Bewegung, losgelöst von einer fixen und sekundengenauen Zeitnahme. Mmmmm, was sagt mir das nun? Gibt es wohl eine Zeitnahme? Oder gibt es vielleicht eine die nur nicht so genau ist?
Satte 810 Höhenmeter sollte die Halbmarathonstrecke haben, die damit auch Wettkampforientierten Sportlern einen wertvollen Trainingsanreiz geben solle. Ein Trainingslauf also? Viele interessante Fragen. Das ganze sollte ja auch nur 6 Euro kosten, Streckenverpflegung, Urkunde, Sachpreise usw. sollte es auch geben. Das Ganze findet eine Woche vor dem Rothaarsteigmarathon im Sauerland statt. Beide Veranstaltungen haben sich in ihrem Internetauftritt miteinander verlinkt und in der Tat ist ja so ein Halbmarathon eine Woche vor dem eigentlichen Marathon ja noch ein nette Sache, wenn man es nicht übertreibt.

Da ich sowieso schon am Samstag ins Sauerland angereist war um dort ein Woche in der alten Heimat zu verweilen und um am nächsten Samstag dann beim Rothaarsteigmarathon mitzumachen bot es sich an sein „Nordic Walking Lauf“ mitzumachen, zumal das Wetter wunderbar werden sollte und das herbstliche Sauerland sich in schönster Laubfärbung zeigte.

Die Nachmeldung war ohne Aufschlag um 9 Uhr Morgens noch problemlos möglich. Um 10 Uhr sollte der Start für den Halbmarathon sein, um 10:30 für die 16km und um 11 Uhr dann für die 10km Strecken. Auf meine Frage am Start nach der Zeitnahme wurde mir wie in der Ausschreibung gesagt man handhabe das hier „sehr geschmeidig“, die Leute sollten sich ja nicht so hetzen. Aha. Ich trödelte noch ein wenig am Start herum und trank noch gemütlich einen Kaffee bis um 9:45 zum allgemeinen Aufwärmen gerufen wurde. Da muss man natürlich mitmachen. Auf der Wiese vor dem Start wurde sich fleißig gedehnt und gestreckt und zur Musik hüpfte man fröhlich herum. Die Stimmung unter den überwiegend weiblichen und überwiegend nordic walkenden Damen war recht gut. Einige Läufer und Läuferinnen (insgesamt aber wohl nicht mehr als 20) waren auch am Start. Die hatten kann kurze Hosen an und waren recht schlank während manche der Nordischen Fraktion auch im Wanderanorak auf die Strecke gingen.

Am Start dann war dann doch eine große Uhr aufgebaut. Ich stand vorne bei der Hand voll Läufern und das Gesicht neben mir kam mir bekannt vor. Auf Nachfrage stellte ich fest, dass ich mich nicht irrte. Das war Hajo Sievers, mir als Powerwalker mit sehr ähnlichen Zeiten auf den Strecken bis zum Halbmarathon bekannt, der die Seite der Sauerlandwalkers betreibt. Bisher hatten wir uns noch nie getroffen, da er hauptsächlich im Sauerländer Bereich unterwegs, wo ich nur ausnahmsweise bei Heimattrips mal starte.

Gleich am Start wies er mich darauf hin, dass er vielleicht nicht so viel reden würde, da das ja Energie rauben würde. Außerdem dann das übliche Vorwettkampfgerede von wegen: Eigentlich gar nicht trainiert, heute nur spazieren gehen usw. usw…

Recht zügig ging es pünktlich auf die Sekunde los. Schon nach ca. 2 Km versorgte mich Hajo dank Forerunner und Höhenmesseruhr über die zurückgelegten Höhenmeter und die noch verbleibende Streckenlänge. Das sollte sich dann im Verlauf der Strecke noch oft wiederholen. Die Hand voll Läufer zog langsam davon und der Abstand zu der Klapperstockschaar hinter uns wurde gleichzeitig immer größer. Doch plötzlich war da nach einigen KM doch noch einer Nordic Walker der bis auf einige Hundert Meter sich an uns rangestöckelt hatte. Hajo wurde recht nervös und schaute immer wieder auf die beiden Uhren. Mir war schon recht klar das wir nicht überholt werden würden, aber es schien Ihn doch zu stören das da noch jemand war, also legten wir insbesondere bergab dann etwas zu, knapp unter der Grenze zum Laufen. Der Abstand vergrößerte sich mit der Zeit und später waren wir dann wieder allein. An den Verpflegungsstellen gab es Mineralwasser und Schorle und sogar ab und an Bananen und Riegel. Nur an einer Stelle waren die Becher noch gar nicht eingeschenkt und man konnte gar nicht verstehen dass ich soooo schnell wieder weiter wollte. Aber ach ja, das ganze sollte ja nicht gehetzt werden, stimmt ja. Auch ich wollte ja eingentlich genauso wie Hajo gar nicht so schnell unterwegs sein um mich für den Marathon nicht zu verausgaben. Aber irgendwie puschten wir uns dann ja doch gleichzeitig.

Die Strecke ging mehrfach recht ordentlich hoch und wieder runter. Steigungen laut Veranstalter aber nicht über 25%. Aber es war schon recht viel des hoch und runter. Daher war das Ganze dann ja auch wirklich ein guter Leistungstest für den Rothaarsteigmarathon. Nach einiger Zeit kamen die anderen kürzeren Strecken dann auf unsere Strecke. Genauer gesagt die Walker die auf den kürzeren Strecken unterwegs waren und die teilweise ja später gestartet waren. Jetzt konnte man ab und zu schön überholen und hatte ein schöne „Heldengefühl“ so toll schnell zu sein. Zwischenzeitlich gab es auch wunderschöne Aussichten auf das herbstliche Sauerland.

Hajo war ganz enttäuscht dass es nicht mehr Höhenmeter waren. Sein Uhr zeigt wohl nur etwas mehr als 600 HM an und nicht 800HM. Mir reichte es dennoch. Ca. zwei km vor dem Ziel klärten wir dann auch, dass wir hier kein Rennen untereinander machen müssen sonder schön zusammen in Ziel marschieren wollten. Das taten wir dann auch. Die Zeitmessung war dann doch nicht so grob sondern wurde bis auf die Zehntelsekunde auf der Siegerurkunde vermerkt. Am Ende stand da 2:33:25 für diesen bergigen Halbmarathon. Eine Zeit mit der ich sehr zufrieden war, zumal ich aufgrund der vielen langen und langsamen Märsche schon lang nicht mehr so knackig und zügig unterwegs gewesen war.

Im Ziel gab es zum Leidwesen von Hajo keine kostenlose Zielverpflegung, man konnte sich aber Getränke und Kaffee kaufen. Und es gab ca. 20 in Worten: ZWANZIG selbst gebackene Kuchen für die Sportler damit die verbrauchten Kalorien schnell ersetzt werden konnten. Ausserdem noch leckere Bratwürste und Erbsensuppe. Alles vom Feinsten. Hajo wollte die Urkunde dann nicht mehr abwarten, ich blieb noch ein bisschen bis die Urkunden fertig waren, ließ die Tombola dann aber auch Tombola sein und fuhr zufrieden nach Hause.

1 Kommentar:

Georg hat gesagt…

Klasse Zeit! Mit Hajo Sievers als Zugwalker ist man garantiert nie langsam unterwegs... ;-)

Wer hat sich eigentlich den Namen Nordic Walking Lauf ausgedacht?

Gruß
Georg