Montag, 21. April 2008

Bärenhunderter in Berlin

Alle Bilder gibt es auch schon in guter Auflösung hier

Am 19-20en war in Berlin die "Frühlingswanderung" angesagt. Wer wollte konnte dort auch 100 km marschieren. Das haben ich denn auch getan.
Abends um 17:00 Uhr ging es an der Landsberger Allee los. Ein munters Trüppchen hatte sich eingefunden. Einen Teil der Leute kannte ich schon von der Polarnacht. Wanderführer in der Nacht war dieses Mal nicht Wolfgang wie in der Polarnacht, sondern der Bernd. (Auf diesem Bild vorn rechts) Nach einer Stunde Einlaufen waren im im Camp 4 oder Orcacamp, wo man Boote und Zelte ausprobieren konnte und wo wir feierlich begrüßt und verabschiedet wurden.






Einige aßen noch schnell ne Wurst, ich wollte erst auch noch, dachte dann aber wird knapp und muss ja nicht sein. Allerdings dauerte es dann noch weiter vier Stunden bis wir gegen 22 Uhr recht hungrig und durstig in der recht rustikalen Gaststätte zur Hütte aufschlugen. Rustikal ging es dort zu. Fußball war gerade in der Endphase, Würstchen gab es noch, und Bier war auch gar kein Problem zu kriegen. Cafe trinkt dort um die Zeit keiner mehr, gab es also nicht, aber dafür gab es auf Wunsch Türkentee.

Beim Bezahlen war ich wohl so erstaunt darüber das Wurst mit Salat und zwei große Apfelsaftschorlen nur 6 Euro 40 kosteten vergaß ich sogar das Trinkgeld. Sorry liebe Wirtsleute, ihr seid echt Originale!
Dann ging es weiter durch die Nacht mit kleinen Stopps in denen uns Wolfang mit Cafe und anderen Getränken gut versorgte. Die Strecke war teilweise recht idyllisch am Wasser entlang. Lustig war eine Begegnung mit einer jungen Frau auf dem Rad die unbedingt wissen wollte wofür oder wogegen wir denn marschieren. Einfach so nur just for fun 100km das konnte sie kaum glauben.

Etwas müde in der Morgendämmerung....
aber irgenwann war km 58 an der S-Bahn Wannsee erreicht.



Hier gab es wieder Getränke. Wannsee war auch der Start für die kürzeren Wanderstrecken von 8km bis zur Marathonstrecke. Die Guppe löste sich dann etwas auf. Jeder konnte nach Streckenbeschreibung im eigenen Tempo marschieren. In unserer Kleingruppe wanderten wir anfangs noch recht frohgemut einem Kneipen oder Bäckerfrühstück entgegen. Irgendwie gab es aber keine Bäcker und die einzige Kneipe in Saarmund war gegen 10 Uhr auf dem Hinweg noch zu. Immer noch nichts zu trinken seid 7 Uhr. Die Laune ging etwas runter. Na ja auf dem Rückweg sollte es noch einen Chinaimbiss geben. Leider war der auch zu und die Kneipe immer noch nicht auf. Die wollten erst um 14 Uhr aufmachen, zum Tanztee. Jetzt war klar wir müssen noch bis ca. 13 Uhr so durchziehen bis Nudow, wo wohl eine Gaststätte aufhaben sollte.


Der Weg dorthin war teilweise auch recht nett am Wasser entlang. Aber irgenwie war ich jetzt angesäuert und müde.




Endlich in Nudow nach fast 90 km dann ein Weizenbier und was warmes zu essen. Es gab Bulletten mit Kartoffeln. Nicht gerade super vom Preis Leistungsverhältnis, aber man wird ja sehr bescheiden. Das Weizen jedenfalls war prima.
Ich hatte mir inzwischen auch Blasen an den kleinen Zehen gelaufen. Auf dem winzigen Klo wurden dann Füße gewaschen und verarztet. Gar nicht so einfach auf engstem Raum ohne hinzusetzen aus den Kompressionsstrümpfen rauszukommen und mit den einem Fuß im Waschbecken Pflaster aufzuschneiden usw...(das sah so aus...)

Dann wurde einfach nur noch durchgekämpft. Evi gab mit lockerm 7km/h Schnitt jetzt das Tempo an. Mit starrem Blick einfach immer hinterher dachte ich mir. Kurz ein Foto auf einer Brücke, man sieht das es jetzt härter wurde.
Doch nach fast 23 Stunden war das Ziel am Wannsee endlich erreicht.


Zur Belohnung gab es noch ein Eis und einen Cappuchino

und die Füße....


Na ja, haben auch schon mal besser ausgesehen.

Fazit: Bei einem 100km Marsch ist es sehr wichtig das es eine verläßliche Strecke mit eindeutigen Verpflegungspunkten gibt. Zumindest wenn man darauf eingestellt ist. Bei der Polarnacht, die Wolfang allein organisiert hatte war das alles perfekt organsisiert. In diesem Fall gab es wohl mehrere Organsiatoren und die Tagstrecke mit den fehlenden Versorgungspunkten war nicht wirklich eine Werbung für Wanderveranstaltungen fand ich. Aber ich komme gern wieder nach Berlin zu Wanderaktionen, nur der Cheffe muss schon selber planen und dabei sein...;-)

1 Kommentar:

Georg hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreich absolvierten Hunderter. Das mit der fehlenden Verpflegung ist ganz schön misslich - aber dich kann ja schier gar nichts erschüttern...

Ich wünsche dir alles Gute für den kleinen Harzspaziergang am Wochenende. ;-)

Bis bald
Georg