Montag, 22. Oktober 2007

Marathonparty in Eisenhüttenstadt.

Wer gleich alle Bilder sehen will vom Lauf HIER klicken
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Happy schon am Start

Ja eine Party war es, ein Fest und zwar ein großes!

Der erste Schlaubetalmarathon ist Geschichte und es war großartig. Eigentlich war alles ganz wunderbar. Vieles war neu, anders und vieles auch vertraut und einfach nur so schön. Während ich tippe überlege ich wie ich das Ganze eigentlich gliedern will….

Was war nun wie?

Die Anreise
Wie meistens mit dem Zug. Kein Streiktag, das war schon mal ganz prima. Neu und toll: Abgeholtwerden vom Blinddate Erdbeerkeks am Bahnhof Eisenhüttenstadt, der so ganz anders als die Bahnhöfe in Hamburg oder Berlin ist….

Gleich hin zur Anmeldung. Wow, es gibt sogar ein T-Shirt mit „Stahlhart durch Laufen“ (im nächsten Jahr bestimmt auch ein limitierte Edition für die Walker….) Die Organisatoren voll im Stress. Das eine oder andere bekannte Gesicht, alles wuselt rum. Hin- und her-getüdel mit dem Chip während Fahrerin und Beifahrerin geduldig auf willnich und mich warten.

Dann zur Pension Sänger, in dem auch Jörg und seine willauchnicht nächtigen, sowie Käsefreund Riple.

Mit dem Wimpel vom „Stammtisch Laufen-Aktuell“ geht es pünktlich in das Toskana (die Toskana? Den Wimpel habe ich leider dort vergessen. Vielleicht stellen Sie ihn ja im nächsten Jahr für uns wieder hin. Vortreffenstimmung gut wie gewohnt bei solchen Events. Recht viele Foris sind da. Bei Pizza und Nudeln stärken wir uns alle für die Dinge, die da kommen sollen.


Kälte am Morgen


Was für ein Marathonfrühstück!

Für Morgens hatten wir uns in der Pension zu halb acht zum Frühstück verabredet. Riesige Auswahl an Aufschnitt, Käse, Salaten, Marmelade und Ei, von der wir an diesem Tag vorzugsweise den Toast mit dem selbstgeimkerten Honig verzehrten. Aber wir waren ja für zwei Nächte einquartiert….

Während wir uns dann so gegen 9 Uhr Richtung Start bewegten, machte Riple einen auf cool. Nachzulesen in seinem Bericht, was er am Ende davon hatte.

Am Start die übliche Hektik. Alles wuselt und ist irgendwie beschäftig. Es ist verdammt kalt.


Oberorganisatorin Bianka
Bianka läuft mit der Pistole rum, probiert sie ohne Vorwarnung schon mal vor der Umkleide aus, hat aber noch die Zeit für ein Foto zu posen.

Das Isnichmehrweit-Transparent wird aufgehängt, und die Foris, die gerade so rumspringen bauen sich zum Gruppenbild auf.


Issnichmehrweit bis zum Start
Einige Foris, die nicht laufen wollen, werden zu Helfern. Eine tolle Sache! Vielen Dank den helfenden Händen! (Bei anderen Veranstaltungen nennt man so was Damenprogramm!)

Ich treffe mein Blinddate Cabo, mit richtigem Namen Cathleen.

Cathleen kurz vor dem Start
Georg hatte mir schon von ihr vorgeschwärmt. Hauptsächlich wohl aus schlechtem Gewissen, weil er dann doch nicht zum Marathon an die kalte polnische Grenze sondern auf Freiersfüßen in den sonnigen Süden reisen wollte. Cabo hatte er wohl ähnlich Gutes über mich vorgeflunkert, wodurch beiderseitig ordentlich Vorschusslorbeeren verteilt waren. Da wir beide vorhatten, in ca. 7 Minuten den km zurück zu legen, blieben wir nach dem Start zusammen. Das klappte gut, wenn Cabo sich anfangs auch noch die Option offen ließ nach 10 km durchzustarten und mich alleine weiter walken zu lassen.


Begrüßungsrede

Läufermassen am Start


Startrunde
Katrin hielt als Initiatorin und Organisatorin des Marathons noch eine Rede und schon fiel der Startschuss. Statt am Ende einmal rund ums das Stadion ging es jetzt am Anfang einmal rum, was die Kilometerzählung etwas durcheinander brachte. War ein tolles Bild, wie dann Alle losgetrabt sind. Bis auf Willnich, ihre 10km Walkingkollegin und ich, die das Ganze ohne Flugphase versucht haben. (Die „Stockenten“ durften erst etwas später starten).

Aus dem Stadion raus begleitete uns sogar noch Katrin ein paar Meter laufender Weise.

Lustig schnatternd vergingen die ersten km wie im Fluge. Durch die Stadionrunde waren die ersten km etwas langsamer weil die Ausschilderung ohne Stadionrunde gestellt worden war. Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, freuten uns dann aber am Ende umso mehr als wir ganz plötzlich ohne Runde und früher als erwartet im Ziel waren…

Immer mal wieder standen ein paar Einheimische am Wegesrand. Alle waren freundlich, feuerten uns an, grüßten und applaudierten. Vielen Dank auch dafür.


Helmut und das Besenrad
Das Besenfahrrad kam bedenklich nahe, doch unser Trupp konnte sich von der Läuferin vom 100-Marathonclub absetzen, so dass wir das Fahrrad los waren und dafür Helmut, einen local Runner in unser Team aufnahmen. Irgendwie zogen wir uns immer schön gegenseitig. Helmut meinte er wäre ohne uns langsamer, ich hatte auch oft das Gefühl, dass ich schneller walkte als ich alleine wäre. Weiter ging es durch wunderschöne Landschaften, raschelndes rotes Laub, an idyllischen Seen vorbei.

Im schönen Schlaubetal


Cabo and me on the run


Die tollsten Fans aus Kieselwitz
Dann kam der Härtetest: Fieses Kopfsteinpflaster, nass, rutschig und verdammt ungleichmäßig, dafür aber bergauf. Es wurde etwas ruhiger in unserem Grüppchen, Cabo spürte wohl auch ein leichtes Zwicken, das nicht weniger, sondern eher mehr wurde. Ihre Antworten wurden recht einsilbig. Kannte ich irgendwie von Eddi auf dem Berlinmarsch…


Km 30, kein Hammermann in Sicht

Als wir bei km 30 plötzlich festestellten, dass wir wieder voll in der Zeit waren, bei exakt 3:30, leuchteten ihre Augen aber wieder vor Freude. Die 5 h hatten wir uns bei km 20 eigentlich schon abgeschminkt, da die Zwischenzeit dort deutlich schlechter war. Auch bei km 40 immer noch super im Schnitt mit 4:40.


Eisenhüttenstadt in Sicht!

Der Anblick der Schlote von Eisenhüttenstadt, schön wie der Anblick von Santiago für die Pilger nach monatelangen Strapazen. Dann noch Schwarzbier kurz vor Schluss, auch eine Superidee, passte gut zu den Schmalzstullen an der Station davor. Überhaupt die Versorgung: Genial: Es gab einfach alles (außer warmen Tee für uns Nachzügler). Was ich nicht alles gefuttert habe: Äpfel, Bananen, Schmalzstulle, Energieriegel, dazu Wasser, Schorle, Iso, Cola, Schwarzbier….alles schön durcheinander.

Dann kam die Zielgerade, schwups schon waren wir da. Ein kleines aber feines Begrüßungskomitee nahm uns in Empfang. Bianca hängte mir persönlich meine Medallie um. Erster Walker auf der Marathondistanz mit 4:49h. Für die schwere Strecke eine Superzeit, meine zweitbeste überhaupt und die Beste in diesem Jahr. Ich wollte mir den Pokal ja auch ohne Konkurrenz ordentlich verdienen und nicht einfach so erschleichen.
Erst einmal wurde sich aber abgeknuddelt, ein wenig mehr Bier, Schoki und Bananen, Bilder machen. Willnich sagt noch: Willst du dir nicht ´ne lange Hose überziehen. Och nö dachte ich, warum denn. Nur das wärmende Fleece, das reicht schon. Dass ich dann so aussah wie ein Storch im Salat war bei der lustigsten Siegerehrung meiner Walkingkarriere war mir nicht bewusst. (Helden in Strumpfhosen…)

Ich sollte mich melden wenn ich so weit wäre für die Ehrung.....Nun gut, als ich so weit war wurde ich auf das Treppchen gebeten.

nach dem ersten Marathon


So sehen Sieger aus! (gleichzeitig auch Letzter)


Einfach nur schön, das Gefühl danach...

Nur recht wenige Fans harrten bei der Kälte noch auf dem Platz aus. Umso größer war der Spaß. Ich wurde großartig angekündigt, erklomm die verdammt hohe Bühne das verdammt hohe Treppchen und wurde förmlich mit Geschenken überhäuft. Neben einem Pokal mit Gravur gab es Wein, Blumen und als besonderes Geschenk eine CD mit Bildern von Eisenhüttenstädter Skulpturen, die ich mir vorher (wenn es keine Arbeit machen würde) gewünscht hatte. Hat am Ende den Beiden ´ne Menge Arbeit gemacht, das auch noch hinzukriegen, aber wie alles haben Sie auch das geschafft. Vielen, vielen Dank dafür!
Dann gab es sogar noch ´ne Massage. Erst etwas widerwillig, weil ungeduscht, aber nachdem ich von meinem Trabi erzählte, war auch hier das Eis gebrochen. Danke dem Massageteam!

Nun aber ab, etwas ausruhen, denn lang war es nicht mehr bis zum Sportlerball. Der ging um 19:00 los und da wollten wir dabei sein. Der erste Eindruck: Boah ist das kalt, dunkel, halbleer…na ja…ob das was wird? Ein Eindruck der sich sehr schnell ändern sollte. Erst mal was vom Spanferkel, dann ´ne lauwarme Soljanka, dazu ein Bierchen.

Das Ferkel...
Die Musik setzte ein. Der muntere Plattenaufleger meinte was von 60er, 70er und ein bisschen 80er Jahre Musik. War schon mal ein guter Ansatz. Schon bei den ersten Liedern füllte sich die Tanzfläche. Dafür braucht es im Sauerland erst mal ein paar Liter Bier und einige Stunden hocken und dumpf starren. Aber hier war man noch die Ostkultur gewohnt: Wenn Party ist, ist Party und zwar von Anfang an (glaube ich zumindest, dass das früher so war, ich war ja nicht dabei…)

Gleich wird auch die Band beginnen...
und ab geht die Party
Dann kam auch noch die Band und meinte was von Rock, den sie jetzt spielen würden. Das war Musik, wie man sie von den Jugendpartys kannte. Laut, rhythmisch, tanzbar, einfach klasse. Bis auf Rohar waren bald alle auf der Tanzfläche oder auf den Bänken. Erst meinte Roland noch: „Was ich 27 Jahre nicht gemacht habe, muss ich doch hier nicht anfangen.“ Doch dann zuckte das Bein, und etwas später und die nächsten Stunden war auch er kaum von der Tanzfläche zu kriegen. Es folgten noch einige nette Dankesreden, eine rothaarige Saxophinstin,
Federballduelle auf der Bühne,
viele Weizenbiere, viel lautes Singen. Kaum zu glauben, dass viele der Anwesenden an diesem Tag einen Marathon gelaufen waren und jetzt stundenlang tanzend und trinkend wohlauf feierten. Auch die beiden Organisatorinnen waren voll mit dabei. Alle Anstrengung und Anspannung war wie weggeblasen. Es war einfach nur schön.
Irgendwann nicht weit nach Mitternacht, aber gefühlte Uhrzeit vier Uhr Morgens, war genauso plötzlich Schluss mit Musik und Tanz, wie es angefangen hatte. Riple, willnich und ich marschierten zurück zur Pension und es ging in die Heia.
Ein weiteres reichhaltiges Frühstück, ein Spaziergang durch Eisenhüttencity und Neuzelle rundeten das Ganze am Sonntag ab. Mit Riple und Navi „Uschi“ ging es erst nach Celle und dann mit der Bahn wieder nach Hamburg.

Schlaubetal,
das kann man wirklich sagen,
war eine Reise wert.

Alle weitern Berichte und Bilder sind hier mal gesammelt zu finden

Kommentare:

Cabo hat gesagt…

Oh du meine Güte, was sind die Bilder toll. Vor allem das Letzte ist ja so knorke.

Es war klasse mit dir.

Liebe Grüße,
Cathleen

rohar hat gesagt…

Schön geschrieben und nette Bilder Martin!

....und das es Spanferkel gab hab ich völlig, aber auch wirklich völlig verpeilt ...... da hätt ich auch was von genommen ....

Martinwalkt hat gesagt…

War nicht so dolle da Ferkel. Besser war das geschnetzelte das ich noch spät Nachts eingeworfen habe, wahnsinnig fettig aber sehr lecker....

Martin

Lizzy hat gesagt…

das liest und guckt sich ja mal total beschwingt :daumen:

Anonym hat gesagt…

Hallo Martin

schöner Bericht, schöne Fotos und danke für die gemeinsamen km. Ich bin so gut gelaufen wie noch nie. Und der Hammermann war schon weg er hatt eh, bei niemanden, eine Chance :-)
Ich hoffe wir sehen uns nächstes Jahr wieder (im Juli?)

Gruß
Beate

Ripple hat gesagt…

Hi Martin,

klasse, klasse, klasse der Bericht und die Fotos - ich sach ja, an und um dieses Wochenende passte einfach alles.
Nebenbei, wennde mich schon nicht "Michael" nennen magst, dann schreib wenigstens "Ripple" (['rIpl]= engl. als Subst. "kleine Welle, Geplätscher, Murmeln") richtig :-)
Und die Rückfahrt mit Euch beiden war kurzweilig, interessant und hat alles so richtig abgerundet.

Ciao
Michael

Georg hat gesagt…

Hallo Martin,

na dann hat das Blind Date ja genauso funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe... ;-) Ihr seid ja beide richtig klasse drauf - das musste einfach funktionieren.

Glückwunsch zum Gesamtsieg, Altersklassensieg und mach dir nichts draus, dass du Letzter geworden bist...

Ach ja: Obwohl das wohl die grandioseste Marathon-Veranstaltung der letzten Jahre gewesen sein muss, bereue ich nicht, stattdessen in den Süden geflogen zu sein. ;-)

Gruß
Georg

Ramona hat gesagt…

Hallo Martin, herzlichen Glückwunsch zu Deiner Leistung. Es war wirklich eine super Veranstaltung. Den Lauf kann man nur empfehlen. Es war die Reise wert. Dein Bericht ist richtig gut!
Viele Grüße, Ramona

WanderAG hat gesagt…

Da hab ich wohl was verpasst! Dein Bericht macht Lust auf mehr. Nächstes Jahr?
Liebe Grüße
Andreas

WanderAG hat gesagt…

Da hab ich wohl was verpasst! Aber vielleicht ja im nächsten Jahr.
Liebe Grüße
Andreas

Erdbeerkeks hat gesagt…

Schöner Bericht und tolle Bilderuntermalung von meinem schönsten Marathonwochenende ;-).
Ich bin auch noch nicht richtig im Alltag angekommen, habe es auch etwas schwerer, denn ich bin ja nicht nur virtuell noch im Schlaubetal.

War das fettige Geschnetzelte etwa die sog. Kehlgrieben? Die sind, wenn gut gemacht, auch sehr lecker.

Anett

Jörg hat gesagt…

Ach das ist aber ein schöner Bericht mit tollen Bildchen.
Eisenhüttenstadt ist cool!!