Dienstag, 8. Mai 2007

Mauerweg geschafft

So der Mauerweg liegt hinter uns. Eine ganz tollen Sache mit Sumowalker und EDDI zusammen in vier Tagen rund um Westberlin.

Einen ersten Bericht von EDDI setze ich jetzt schon einfach mal rein hier:
Nachdem am Mittwoch auf Arbeit alles Schnelle-Mache-Fix und noch zwei Mitfahrer in Berlin abgesetzt wurden, hab ich im Berliner Sonnenuntergang endlich die Regenbogenfabrik und drei gespannte Gesichter vorgefunden. Ein kurzes Hallo mit Georg, Martin & Helga (ja, ja, sonst war weiter niemand da), dann ab zum Inder und lecker Futter als Grundlage für die erste Etappe. Am nächsten Morgen dann Start neun Uhr am Brandenburger Tor. Herrlichstes Wetter, das uns über alle vier Tage begleitete. Nun also südwärts durch die Berliner Innenstadt und eine ganze Menge Sightseeing auf dem offiziellen Mauerweg. Dieser ist übrigens durchgängig ausgeschildert (manchmal steht zwar ein Schild zu wenig , an anderer Stelle dafür eins zu viel). Dann gaaaanz viel Natur und Autobahn. Und auf einmal hatte ich schon meinen allererste Marathondistanz bzw. den ersten Ultra (43,?km) hinter mir . Ohne Meckern und Murren – auch nicht als es den „Dörferblick“ hochging - und ohne merkliche Wehwehchen. Na ja, kam letztlich doch ne Blase bei raus. Kommt man dann aber erst mal zur Ruhe, wollen die müden Beine dann doch mal gestreckt und gestreichelt werden. Und das zur Freude kleiner Türkinnen an der Bushaltestelle, denen ja immer ein ganz besonders dummer Spruch einfällt. Sieht auch sicherlich sehr seltsam aus, wenn wir im Trio in der Innenstadt unsere Dehnübungen machen. Aber sicherlich auch nicht seltsamer, als wenn wir zusammen in drei komplett unterschiedlichen Walkingstilen (jaha, das gibt’s!!!) durch die Pampa und an Touris und Einheimischen vorbeiwalken. Abends dann wieder köstlich geschmaust. Haben wir uns ja auch verdient. Und die Dusche danach auch. Und erst das kuschlige Bett.... Hab echt gut geschlafen , obwohl die Füße nicht so richtig wussten wohin. Hochlegen? Zur Seite raushängen? Egal, ich war dann irgendwann weg und hab von der nächsten Etappe geträumt.

Zweiter Tag, zweite Etappe:
Erst mal aus dem Bett raus. Uuuiii, Beine können sich ganz schön seltsam anfühlen. Aber nach ein paar steifen Schritten gings dann wieder und ich kam auch irgendwie die vier Etagen hinunter. Frühstück und dann ab nach Lichtenrade. Und schon bald kam uns unser treuer Hans entgegen, hat uns ein Stückchen begleitet und gut unterhalten. Und jaaaa, wir konnten der Eisdiele nicht wiederstehen. Müssen wir ja auch nicht. Also, wie schon anderweitig beschrieben für jeden ein Eis (bzw. für den einen ein wenig mehr) und dann wieder zu dritt weiter. So langsam fühlte sich die rechte Ferse merkwürdig an. Als ich dann schließlich doch mal nachgeschaut habe: siehe da, ein Prachtexemplar . Hoch lebe Georg und das Blasenpflaster . Also irgendwie weiter, obwohl die Beine auf den letzten Kilometern nicht mehr so richtig wollten. Aber . Schließlich habe ich es doch bis nach Wannsee geschafft. Langsam kommt man auch ins Ziel. Dank an Martin und Georg, die mich nicht auf der Strecke zurückgelassen haben . Somit kann ich meinen zweiten Marathon bzw. Ultra verzeichnen (43,?km). Abends waren dann die Augen größer als der Magen, so dass es für jeden nicht die S oder M, sondern L-Portion beim Spätzle Express sein sollte. Gab am nächsten Tag trotzdem schönes Wetter .

Die dritte Etappe
fing dann gaaanz beschaulich mit einer Wannseefährfahrt an. Seltsam, niemand weiter da, der uns begleiten wollte. Also wieder zu dritt weiter durch Wald und Wiesen. Ein wenig Mauer bzw. Mauergeschichte gabs auch zu sehen. Na ja, und wenn man schon mal dabei ist, hängt man noch ein paar Kilometerchen dran, damits am vierten Tag nicht so lang wird. So langsam aber sicher war bei mir wieder die Luft raus. Aber nach dem obligatorischen Möhrensaft und ein bisschen Süßkram sprang dann doch noch mal der Turbo an. Mit dem Licht am Ende des Tunnels vor Augen sinds bei der dritten Etappe dann 48,?km geworden. Die Invalidensiedlung hätte mich dann aber auch fast dabehalten können . Aber meckern nützt ja nix, also wird auch nicht gemeckert. Den Italiener am Abend haben wir uns dann aber so was von verdient. Nur dem Berliner Nachtleben (war grad große Lesenacht) konnten wir nicht mehr viel abgewinnen, denn das Bettchen rief .

Tag vier
dann der große Finaleinlauf. Anfangs wieder nur nordberliner Pampa (aber schön), dann auf einmal wieder in der Zivilisation. Zwischenstop im Buddhistischen Haus mit Meditation und ein wenig Entspannung . Ich hab dann doch lieber die Bank dem doppelten Lotussitz vorgezogen, denn ich weiß nicht, ob ich da wieder hochgekommen wäre. Dann wieder viel Sightseeing, Museum, Versöhnungskirche & Co. Und ein dementsprechend gemütliches (bzw. notwendiges) Tempo. Auch hier durfte das Eis zwischendurch nicht fehlen (diesmal am pädagogisch betreuten Kinderspielplatz). Stunden später empfing uns Helga dann gebührend am Reichstag und gemeinsam haben wir die Westberliner Mauerrunde mit dem Durchschreiten des Brandenburger Tores geschlossen. Beine noch dran, aber als Fremdkörper empfunden. Irgendwie ging es dann doch noch irgendwie zu Fuß zum Alex und rauf auf den Fernsehturm. Unser Bierchen und den Rundblick auf Berlin konnten wir dann so richtig genießen. „Irgendwo da hinten am Horizont waren wir gestern, und vorgestern dort hinten......“

Die vierte Etappe beinhaltete dann „nur“ irgendwas um die 33km. Diesmal also kein Marathon.Dann hieß es auch schon Abschied nehmen von Martin & Helga. Nach einem lecker Abendmahl in der pensioneigenen Kneipe (Gulasch mit Rotkohl, sehr zu empfehlen), hat mich dann auch Georg verabschiedet und ich hab mich auf den Heimweg gemacht. Leise Zweifel hatte ich ja schon, ob die Beine die Sache mit dem Gas geben, Bremsen und kuppeln so hinbekommen, war aber kein Problem. Nur aus dem Auto aussteigen war schon etwas schwieriger. Gott sei Dank wars dunkel und mich hat keiner gesehen .Fazit: Klasse Strecke, klasse Leute (die mich nicht aufgegeben haben), und super Erfahrung. Aller Schmerz ist vergessen und die Bläschen sind ja auch bald Geschichte. Gerne wieder.

Bei Laufen-aktuell.de wir das Thema hier behandelt

Kommentare:

Kathrin hat gesagt…

So Martin, schöne Geschicht! Außerdem hab ich jetzt auch so einen Blog, das wollt ich Dir damit eigentlich hauptsächlich und so weiter... na ja, wir sehn uns ja gleich! Bis denne also!

Kathrin hat gesagt…

GeschichtE wollt ich sagen!