Montag, 30. April 2007

Irgendwie anders

Irgendwie anders
War dieser Marathon. Zum Vierten Mal war ich in diesem Jahr in Hamburg dieses Mal dabei. Was war nun anderes? Eine neue Bestzeit wäre natürlich schön aber es sprachen auch einige Gründe dagegen. Schon am Donnerstag nach dem Marathon der nächste Marathon Freitag, Samstag und Sonntag auch, denn ich wollte ja nach Berlin zum Mauerabwandern. 160km in vier Tagen nur so zum Spaß.

Dann die Idee auch mal selber unterwegs Fotos zu machen.

Dann das Training, das zwar nicht weniger, aber auch nicht mehr als im letzten Jahr war. Kein Grund warum man dadurch jetzt automatisch schneller sein sollte. Der Halbmarathon in der Vorbereitung war auch bereits ein Indikator dafür dass wesentliche Steigerungen eigentlich kein Selbstgänger wären.

Dazu kam dann noch das Gefühl: Nächstes Mal musst du das in Hamburg nicht mehr machen, man macht das doch hauptsächlich wegen der guten Stimmung, muss ich mich dann quälen.


Alle diese Gedanken sortieren sich gerade so bei der Analyse wie es nun eigentlich war.
Die ersten 5 km waren schon etwas zu langsam für die ausgedruckte 4:45 Zeit (im letzten Jahr waren es 4:47 als PB)


Dann marschierte ich eine Weile mit den niederländischen Geherprofis die heute „nur so aus Spaß gemütlich unter 5h walken wollten. Traf dabei meine Walkiengirls eine nach der andern die etwas früher gestartet waren. Es waren sehr viele die sich einfach weiter vorn eingereiht hatten, warum auch immer. Für mich war es nett weil ich so ein paar Walker zu Gesicht bekommen habe.
Bei 10km hatte ich fast auf die Sekunde die Zeit die ich für die 4:45 gebraucht hätte. Da mir aber klar war das die zweite Hälfte meist etwas langsamer wird verabschiedete ich mich wohl im Kopf schon zu diesem frühen Zeitpunkt von einer PB. Dabei war ich locker drauf hatte halt nur nicht den Biss kämpfen zu wollen wie im letzten Jahr.

Bei km 15 und beim Halbmarathon war die Tendenz dann eindeutig. Ca. drei Minuten länger als 4:45 zu dem Zeitpunkt, also auch langsamer als die Vorjahreszeit, das war klar. War aber auch OK. Ich kam zwar nicht ins trödeln sondern zog mein Tempo gleichmäßig durch (die genauen Zeiten habe ich noch nicht gecheckt aber handgestoppt war es wohl so) Freute mich an den Zuschauern die mir und allen anderen zujubelten.


Alles kam mir sehr bekannt vor. Beim vierten Mal gibt es halt kaum Überraschungen und er Kick ist lange nicht mehr so groß wie beim ersten Mal. Aber schön ist es denn doch. Immer wieder wundert man sich wer so in dem Zeitfenster alles läuft oder meint Marathon laufen zu müssen. Mit der Erfahrung einiger Marathons kann ich inzwischen ganz gut einschätzten das viele der Leute die dort im Bereich Fünf Stunden laufen (und viele ja noch viel länger) schlichtweg noch nicht ausreichend trainiert sind. Häufig noch übergewichtig aber fest gewillt einen Marathon laufen zu wollen.

Ab km 25 sind die Massageliegen dann sehr gut frequentiert und viele quälen sich doch sehr. Aus den kurzen Gehpausen werden dann immer längere Geh und Humpelstrecken, kein sehr schöner Anblick.

Während ich am Anfang noch häufig nett und freundlich Zuschauer darauf hinweise das ich kein Läufer bin und nicht laufen muss nervt es mich am Ende schon manchmal wenn es heißt: Nun lauf doch endlich! So geht das aber nicht, du bist zum laufen hier. Das lasse ich nicht gelten usw.

Einer rundlichen Lady im Klappstuhl die mich sinngemäß so ansprach entgegnete ich dann. „Zujubeln im sitzen geht aber auch nicht. Abnehmen tut man jedenfalls da nicht“ Worauf dann der Läufer neben mir meinte wir sollten dann jetzt mal beschleunigen….

Nun gut so ging es denn wie gewohnt dem Ziel zu. Endspurt auf der Zielgeraden, die Sonnenbrille noch mal abgezogen für die Kameras. Im Zielbereich irgendwie so ein neutral zufriedenes Gefühl. Schön jetzt da zu sein. War jetzt nicht super anstrengend, aber es reicht für heute. Keine Jubelstimmung aber auch nicht unzufrieden.
Irgendwie anders halt wie der ganze Marathon. Dann noch ein nettes Nachtreffen und Nach-nachtreffen mit Eis und Kaffee. Eine heißes Bad beim einen Nachbarn zu Hause und eine Grillparty mit dem ersten Weizen seid längerer Zeit machen aus dem ganzen Event eine schöne runde Sache.


Alle Bilder gibt es hier zu sehen








Kommentare:

olma4u hat gesagt…

Dann meinen Herzlichsten zum 4. Hamburg-Marathon. Auch ich habe Dir zugejubelt am Eppendorfer Baum, allerdings von weiter oben aus einem Fenster. Da warst Du immerhin noch so frisch, dass Du fleissig das Publikum fotografiert hast (wie man ja auch auf den Bildern sehen kann).

Heike hat gesagt…

Na, scheint doch ein toller Sonntag für Dich gewesen zu sein. Ich glaube, walkend erlebt man noch mehr als laufend... Und was machst Du jetzt als nächstes? Wo könnten wir nochmal gemeinsam starten und ich neben Dir herhecheln? ;o) Lieben Gruß, Heike

Martin hat gesagt…

hallo Heike,
als Nächstes in Jena, aber die 100km sind vielleicht noch etwas weit für dich :-)

Dann wohl in Dänemark beim Gendarmisten. Das mache ich dann die 62 aber man kann auch Mittags einsteigen und es mit 30km gut sein lassen. Sehr nett das Ganze
http://www.laufen-aktuell.de/laufen-aktuell/content/forum/showthread.html?t=27832


Gruß Martin

Anonym hat gesagt…

Hey, fotographieren während des Laufens! Da hätten wir uns eigentlich sehen müssen (Scherz). ich habe das auch probiert, das Ergebnis siehst du hier:
Hamburg Marathon 2007
Hamburg Marathon 2005
Es macht viel Spaß, man darf aber nicht zu schnell sein weil es viel zusätzliche Kraft kostet und der Rhytmus immer wieder verloren geht.

LG Uwe (auch aus Hamburg)